Erfolgsfaktoren

Wie entwickeln sich die Modellprojekte vor Ort?

Im Rahmen der Begleitforschung wird fortlaufend untersucht, welche Bedingungen dazu beitragen, dass sich Projekte im Bereich des Kooperativen Mobilitätsmanagements erfolgreich entwickeln und in der Praxis wirksam umgesetzt werden können. In den aktuellen ways2work-Projekten wurden qualitative Interviews mit relevanten Akteur*innen aus Kommunen und Unternehmen geführt. Diese sollen dabei helfen, Wahrnehmungen, Entscheidungslogiken und Handlungen der Beteiligten zu verstehen. Als theoretische Grundlage dienen Studien der Transformations- und Innovationsforschung. Modellprojekte können danach als „Nischen“ verstanden werden, in denen eine neue Idee – das kooperative Mobilitätsmanagement – exemplarisch erprobt wird. In der Fachdiskussion werden die drei Begriffe „Shielding“, „Nurturing“ und „Empowerment“ genutzt, um wesentliche Erfolgsfaktoren einer Projektentwicklung zu veranschaulichen.

Shielding

Unterstützung und Schutz von neuen Ideen

© MUNV, Gemeinde Hövelhof

Damit neue Ideen eine Chance haben, müssen sie geschützt und gefördert werden. Es braucht einen geschützten Rahmen, in dem Kommunen gemeinsam mit weiteren Akteur*innen Innovationen erproben können. Für alle aktuellen ways2work-Projekte erweisen sich dabei vor allem Fördermittel als von außerordentlicher Bedeutung. Nur so können nach Einschätzung der befragten Akteur*innen personelle Ressourcen und die notwendigen Finanzmittel für innovative Maßnahmen aufgebracht und Akzeptanz geschaffen werden. Dies gilt insbesondere in Zeiten immer knapper werdender Finanzmittel und wirtschaftlich unsicherer Zeiten. Erfahrungen aus den ways2work-Projekten zeigen zudem, dass der Rückhalt bzw. die Akzeptanz in Politik und Öffentlichkeit wichtig sind – nicht nur lokal: Ein Beispiel dafür ist der letzte Besuch von Verkehrsminister Oliver Krischer, der die Anerkennung durch die Landesregierung und Landespolitik zeigt und damit auch die Akzeptanz vor Ort stärkt.

Nurturing

Aufbau und Entwicklung von Projekten

Innovative Ansätze brauchen Zeit zur Entwicklung und den Austausch engagierter Akteur*innen. In ways2work entsteht dies durch den Aufbau lokaler Netzwerke, in denen Kommunen, Unternehmen und weitere Beteiligte gemeinsam Mobilitätslösungen erproben und voneinander lernen. Während die Akteur*innen in einigen der aktuellen ways2work-Projekte bereits gut vernetzt sind, müssen sie sich andernorts erst neu zusammenfinden. Gerade auf Seiten der öffentlichen Hand können viele Stellen und Einrichtungen relevant sein. Auch Beteiligte der Zivilgesellschaft sind wichtig, sei es die örtliche Presse oder Anwohnende, die frühzeitig einbezogen werden sollten.
Ob die Modellprojekte ein Erfolg werden, entscheiden letztlich die Beschäftigten mit ihrem Mobilitätsverhalten. Ihre Wahrnehmungen und Wünsche müssen deshalb von Anfang an Gehör finden, wofür in den aktuellen Projekten u. a. die Beschäftigtenbefragungen dienten. Die Interviews mit den Verantwortlichen zeigen deutlich, dass bestehende Strukturen und Vorarbeiten außerordentlich wichtig sind. Als „Nährboden“ für die Projekte dienen zentrale übergeordnete Strategien, etablierte Arbeitskreise und Initiativen zur Mobilität. Auch „Frontrunner“ aus Politik und Planung leisten einen Beitrag, in dem sie das Thema umweltfreundliche Mobilität als Leitvorstellung publik machen. Wo Wissen geteilt und gemeinsam weitergedacht wird, können innovative Ansätze wachsen und dauerhaft Wirkung entfalten.

Empowerment

Ansätze stärken und weitertragen 

Runder Tisch mit Kommune und Unternehmen im ways2work-Projekt Datteln (© Stadt Datteln)

Damit Wandel gelingt, müssen erfolgreiche Ideen über die Modellprojekte hinausgetragen werden. Aktuell steht bei allen ways2work-Projekten die Erweiterung des Beteiligtenkreises im Fokus: Alle Modellkommunen sind mit ausgewählten Unternehmen gestartet und arbeiten nun daran, weitere Unternehmen einzubinden, Synergien zu nutzen und den Kreis der Nutzenden von Mobilitätsangeboten zu vergrößern. Dabei ist es wichtig, den Unternehmen konkrete Vorteile und Mehrwerte aufzuzeigen, um ihr Engagement zu fördern. Derzeitige wirtschaftliche Unsicherheiten und politische Stimmungslagen erschweren jedoch neue Initiativen. Umso bedeutender ist es, bestehende Erfolge sichtbar zu machen und sie als Motivation und Vorbild weiterzutragen. Zukünftig sollen die gewonnenen Erfahrungen und erprobten Ansätze auch auf weitere Kommunen und Akteur*innen übertragen werden, um nachhaltige Mobilität breiter zu verankern.
Die Arbeiten in den Modellprojekt werden von Beginn an durch das Team der Netzwerkpartner*innen von ways2work unterstützt. Ihr Beratungsangebot für kooperatives Mobilitätsmanagement steht nun auch allen weiteren Interessierten und Initiativen in NRW zur Verfügung.