Mehr Alternativen zum Auto für Gewerbegebiet Ravenna-Park
Im Gewerbegebiet Ravenna-Park in Halle (Westf.) arbeiten Unternehmen aus verschiedenen Branchen, ergänzt durch ein großes Bekleidungs-Outlet-Center. Das Gebiet ist heute stark autoorientiert: Über 80 % der Beschäftigten kommen mit dem Pkw, auch Besucher*innen reisen nahezu ausschließlich mit dem Auto an. Trotz der Nähe zu einem Bahnhaltepunkt ist die ÖPNV-Anbindung schwach und Radwege sind unattraktiv oder fehlen. Im Rahmen des Projekts wollen Stadt, Unternehmen und weitere Akteur*innen ein kooperatives Mobilitätsmanagement aufbauen, den Umweltverbund stärken und sowohl Beschäftigten als auch Besuchenden attraktive Alternativen zum Auto bieten. Dazu sollen alle Unternehmen eingebunden werden.
Kommunengröße
22.000
Raumtyp
Mittelzentrum
Projektgebiet
Gewerbegebiet „Ravenna-Park“
Größe
41 ha
Unternehmen im Projektgebiet
12
Mitarbeitende im Projektgebiet
800
Unser Ziel ist, dass die Unternehmen im Ravenna-Park zum betrieblichen Mobilitätsmanagement aufgeklärt werden und aktiviert werden, für sich selbst ein Mobilitätskonzept zu entwickeln und sich die Unternehmen zusammentun, um ein unternehmensübergreifendes Konzept zu entwickeln und Synergien zu schaffen, um den Standort von der Mobilität her zu verbessern. Und das andere ist, die Angebote für die Besucher von dem Outlet nutzbar zu machen.
Susanne Heeren
Ziele des Projektes
Verbesserung der Erreichbarkeit des Gewerbegebiets für Beschäftigte und Besuchende
Reduzierung des hohen Pkw-Anteils und Stärkung von ÖPNV, Radverkehr und Sharing
Bessere Anbindung an den Bahnhaltepunkt
Aufbau eines kooperativen Mobilitätsmanagements und Aktivierung der Unternehmen für betriebliches Mobilitätsmanagement an ihrem Standort
Herausforderungen und Lösungen
Herausforderungen
Sehr starke Dominanz des Autoverkehrs in der städtebaulichen Gestaltung und der täglichen Mobilität
Schwache ÖPNV-Anbindung trotz Bahnhaltepunkt
Unzureichende Radverkehrsinfrastruktur im und zum Gebiet
unzureichende personelle Ressourcen und Koordinationsmöglichkeiten in der Verwaltung
Maßnahmen
- Shuttle-/Buslösungen und Bedarfsverkehre zur besseren Anbindung insbesondere der letzten Meile
- E-Linien-Carsharing zur besseren innerörtlichen und regionalen Anbindung
- Bikesharing-System + sichere Radinfrastruktur
- Betriebliches Mobilitätsmanagement in den Unternehmen (u. a. Dienstradleasing, Jobticket, Fahrradabstellanlagen)
- Gründung einer „Ravenna-Park-Community“ für kooperatives Mobilitätsmanagement
- Unterstützung der Verwaltung durch Auslagerung von Mobilitätsmanagement-Aufgaben an externes Büro während der Projektlaufzeit
Nur knapp über die Häfte verfügt über ein Fahrrad
Fast alle Befragten in Halle können jederzeit auf ein Auto zugreifen. Nur knapp 58 % besitzen ein Fahrrad, der niedrigste Wert aller untersuchten Standorte. Eine ÖV-Dauerkarte haben lediglich 6 % der Befragten. Der durchschnittliche Arbeitsweg beträgt 18 km.