Betriebliches Mobilitätsmanagement im Gewerbegebiet Friedrich der Große
Im Gewerbegebiet Friedrich der Große in Herne sind vor allem Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und in der Logistik ansässig. Viele Beschäftigte arbeiten in Schichtsystemen, an deren Zeiten die ÖPNV-Anbindung vom einige Kilometer entfernten Bahnhof nicht optimal abgestimmt ist. Das Projekt verfolgt das Ziel, die Erreichbarkeit durch den Umweltverbund zu verbessern, insbesondere durch den Ausbau von Busangeboten und attraktiver Radinfrastruktur. Die Stadt, der Verkehrsbetrieb HCR, die städtische Wirtschaftsförderung und ansässige Unternehmen arbeiten dabei eng zusammen.
Kommunengröße
158.000
Raumtyp
Mittelzentrum
Projektgebiet
Gewerbegebiet „Friedrich der Große“
Größe
51 ha
Unternehmen im Projektgebiet
30
Mitarbeitende im Projektgebiet
3.500
Bis Sommer 2026 bereits viele Veränderungen erfolgreich umgesetzt:
✓ Busangebot verbessert: 16 zusätzliche Fahrtenpaare und besser auf die Schichtzeiten abgestimmte Fahrpläne verbessern die Erreichbarkeit des Gewerbegebiets. Die erste Fahrt startet bereits um 4:20 Uhr in Richtung Herne Bahnhof. Rund 300 Fahrgäste nutzen das Angebot werktäglich.
✓ Neue Haltestelle eingerichtet: Mit der Haltestelle „Friedrich der Große-Ost“ wurde die Anbindung der Unternehmen verbessert. Für den Ausbau zu einer Mobilstation wurde ein Förderantrag gestellt. Die Umsetzung ist für 2027 vorgesehen.
✓ Mobilitätsmanagement etabliert: Seit September 2025 unterstützt ein Mobilitätskoordinator die Unternehmen und vernetzt die beteiligten Akteur*innen.
✓ Unternehmen qualifiziert: Eine zehnteilige Workshopreihe zur betrieblichen Mobilität wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen der Reihe wurden Mobilitätskonzepte entwickelt und die Teilnehmenden für Aufgaben im Betrieblichen Mobilitätsmanagement qualifiziert.
✓ Radverkehr gefördert: Mit Donkey Republic steht ein neues Leihfahrradangebot zur Verfügung. Aktionen wie „Ride2work“ sowie Fahrradservice- und Informationsangebote machen klimafreundliche Mobilität im Gewerbegebiet sichtbar.
Weitere Radwege, Querungen und eine Fahrradstraße befinden sich in Planung.





















Ziele des Projektes
Bessere zeitliche Erreichbarkeit der Arbeitsstätten durch auf Schichtzeiten abgestimmte Busverbindungen
Stärkung des Umweltverbunds (Fahrrad, Bus, Fuß) als Alternative zum Auto
Förderung betrieblicher Mobilitätsangebote (z. B. Dienstradleasing)
Aktivierung vieler Unternehmen, einschließlich kleiner Betriebe, durch Netzwerkformate und persönliche Ansprache
Herausforderungen und Lösungen
Herausforderungen
- Hohe Pkw-Nutzung trotz vorhandener Alternativen; ÖPNV für Schichtarbeitende oft unpassend
- Schwache Radverkehrsinfrastruktur und geringe Fahrradverfügbarkeit unter Beschäftigten
- Aktivierung und Einbeziehung kleinerer Betriebe in das kooperative Mobilitätsmanagement
Maßnahmen
- Taktverdichtung und Optimierung der Buslinien anhand der Schichtzeiten; Einrichtung zusätzlicher Haltestellen
- Ausbau der Radinfrastruktur und Schaffung attraktiver, sicherer Wege ins und im Gewerbegebiet
- Dienstradleasing, neue Radabstellanlagen und Ladepunkte für Pedelecs
- Kooperatives Mobilitätsmanagement mit regelmäßigen Unternehmensnetzwerktreffen, Rundmails und aktiver Ansprache
- Qualifizierung betrieblicher Mobilitätsbeauftragter und begleitende Öffentlichkeitsarbeit
- Lehrgänge zum Mobilitätsmanagement für Unternehmen im Gebiet Friedrich der Große
- Dauerhafte Institutionalisierung von Mobilitätsmanagement in der Stadtverwaltung Herne über eine zusätzliche Stelle
- Ausbau von Querungshilfen an verschiedenen Standorten zur Stärkung des Fußverkehrs im Gewerbegebiet.
- nRegelmäßige Kampagnen und Aktionen zur Förderung des Umweltverbunds.
Wünsche der Beschäftigten
Viele Beschäftigte wünschen sich eine Verbesserung im Bereich des Öffentlichen Verkehrs und des Fahrrads, insbesondere eine bessere Bus- und Bahnanbindung, eine Abstimmung der Arbeitszeiten mit den ÖV-Angeboten und überdachte Fahrradabstellanlagen.
Unser Ziel ist es, Unternehmen dazu zu motivieren, auf ihren Firmengrundstücken Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Mobilität umzusetzen. Die Stadt geht dabei mit gutem Beispiel voran und schafft entsprechende Angebote auf öffentlichen Flächen. Welche Maßnahmen die Unternehmen letztlich realisieren, entscheiden sie eigenverantwortlich.
Cedrik Weinand