Revitalisierung vom Gewerbegebiet Erkrath Unterfeldhaus als Blaupause für den Kreis
Im Gewerbegebiet Unterfeldhaus in Erkrath sind 167 Unternehmen mit rund 3.400 Beschäftigten ansässig, viele davon international und wissensintensiv. Obwohl der ÖPNV-Anteil mit 14 % vergleichsweise hoch ist, dominiert weiterhin der Pkw-Verkehr, insbesondere wegen langer Wege zwischen Haltestellen und Arbeitsstätten. Das Projekt zielt darauf ab, ÖPNV, Radverkehr und Sharing-Angebote deutlich auszubauen und die „letzte Meile“ zu verbessern. Gleichzeitig dient Unterfeldhaus als Modellstandort für eine kreisweite Strategie: Maßnahmen sollen als Blaupause für andere Gewerbegebiete dienen, die der Kreis im Rahmen einer Revitalierungsstrategie ertüchtigen will.
Kommunengröße
46.000
Raumtyp
Gewerbebestandsgebiet
Projektgebiet
Gewerbegebiet Erkrath Unterfeldhaus
Größe
55,9 ha
Unternehmen im Projektgebiet
167
Mitarbeitende im Projektgebiet
3.400
Neue Mobilitätsangebote nehmen Fahrt auf
Sommer 2026 – Im Gewerbegebiet Erkrath-Unterfeldhaus werden die Maßnahmen für eine nachhaltigere Mobilität schrittweise umgesetzt. Ein wichtiger Baustein ist der On-Demand-Verkehr flexy der Rheinbahn, der seit September 2025 in Erkrath angeboten wird. Virtuelle Haltepunkte im gesamten Gewerbegebiet verbessern die Verbindungen auf der „letzten Meile“. Informations- und Promotion-Aktionen machen das Angebot vor Ort bekannt.
Eine Mobilitätsmanagerin begleitet die Umsetzung und baut den Kontakt zu den Unternehmen und Beschäftigten aus. In den Gesprächen geht es unter anderem um Jobtickets, Jobfahrräder, Fahrradstellplätze, Pedelec-Schulungen und eine nachhaltigere betriebliche Mobilität.
Auch weitere Angebote befinden sich in der Umsetzung oder Vorbereitung. Dazu gehören die Veloroute zwischen Wuppertal, dem Kreis Mettmann und Düsseldorf, eine Mobilstation, Leihfahrräder, eine Plattform für Fahrgemeinschaften und Weiterbildungen zum Betrieblichen Mobilitätsmanagement. Im Frühjahr 2026 nahm das Gewerbegebiet zudem als gemeinsames Team am Wettbewerb STADTRADELN teil.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Parkraummanagement. Die Parksituation wird näher untersucht; erste Maßnahmen gegen das Parken gebietsfremder Fahrzeuge werden umgesetzt und durch Informationsaktionen begleitet.
Die in Erkrath-Unterfeldhaus gewonnenen Erfahrungen sollen künftig auch anderen Gewerbegebieten im Kreis Mettmann zugutekommen.
Die gemeinsame Arbeit von Kreiswirtschaftsförderung, der Stadt und den Planungsämtern – also amtsübergreifend auch über verschiedene Ebenen – das ist durchaus innovativ und richtungsweisend.
Matthäus Bialasinski – Wirtschaftsförderung Kreis Mettmann







Ziele des Projektes
Verbesserung der Erreichbarkeit des Gewerbegebiets durch ÖPNV, On-Demand und Radverkehr
Reduzierung des Pkw-Anteils und effizientere Flächennutzung
Kooperatives Mobilitätsmanagement von Kreis, Stadt und Unternehmen aufbauen
Stärkung der „letzten Meile“, um Wege zwischen Haltestellen und Betrieben zu verkürzen
Vorbereitung eines Roll-outs auf andere Gewerbegebiete im Kreis Mettmann
Herausforderungen und Lösungen
Herausforderungen
Hoher Pkw-Anteil trotz relativ guter ÖPNV-Anbindung
Lange Fußwege von Bushaltestellen zu den Arbeitsstätten („letzte Meile“)
Radverkehr bislang kaum genutzt
Hoher Flächenverbrauch durch parkende Fahrzeuge im Gebiet
komplexe Koordination vieler kreisweiter, kommunale und privatwirtschaftlicher Akteur*innen
Maßnahmen
Optimierung des ÖPNV-Angebots (u. a. Verlängerung von Buslinien, Taktverdichtungen und bessere Anbindung an Bahnhöfe)
On-Demand-Verkehre als flexible Ergänzung des Linienverkehrs
Ausbau der Veloroute Wuppertal – Kreis Mettmann – Düsseldorf und bessere Radinfrastruktur im Gebiet
Einführung von Sharing-Angeboten (Carsharing, Bikesharing) an Mobilstationen
Kommunikations- und Informationskampagne zur Aktivierung der Unternehmen und Vorbereitung des kreisweiten Roll-outs
Einrichtung einer Stelle für Mobilitätsmanagement in der Kreisverwaltung über die Projektlaufzeit
Fahrrad wird positiver bewertet als Auto
Die abgefragten Mobilitätseinstellungen zeigen, dass die Nutzung von Individualverkehrsmitteln wertgeschätzt wird. Die Befragten zeigen insgesamt ein positives Verhältnis zum Fahrrad, das sogar besser ist als zum Pkw. Ebenso besteht eine hohe Bereitschaft, es künftig stärker zu nutzen. Auch für Fahrgemeinschaften besteht Offenheit. Die Nutzung des Öffentlichen Verkehrs wird teils kritisch gesehen, dennoch ist die Zustimmung hier höher als in vielen anderen Projekten. Insgesamt zeigt sich: Die Beschäftigten stehen vor allem bei passenden Angeboten neuen Mobilitätsformen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber.